Strafen · ECGT 2024/825
Bußgelder für Greenwashing: Was ein Verstoß kostet
Von Ordnungsgeld bis Umsatzabzug — so hoch ist das Risiko für Mode-Marken. Mit interaktivem Bußgeld-Rechner und differenzierter Skala nach Unternehmensgröße.
Zuletzt aktualisiert: Juni 2026
Bußgeld-Rechner
Max. Bußgeld (4%)
40.000 €
4% von 1.000.000 €
Beispielszenario (1,5 %)
15.000 €
Illustratives Szenario, keine Prognose
Anwaltskosten (est.)
30.000 €
Verteidigung, Verfahren, Korrespondenz
Gutachterkosten (est.)
10.000 €
Sachverständige, LCA, Zertifizierung
Gesamtrisiko (Maximal-Szenario)
Bußgeld + Anwalt + Gutachter (ohne Reputationsschaden)
80.000 €
* Schätzung auf Basis der ECGT-Richtlinie 2024/825 (4% Mindestbußgeld) und typischer Verfahrenskosten. Keine Rechtsberatung. Genaue Beträge hängen von der nationalen Umsetzung und dem Einzelfall ab.
Die rechtliche Grundlage
ECGT 2024/825
EU-Richtlinie
Verbietet generische Umweltaussagen und Klimaneutralitätsbehauptungen via Offset. Der 4%-Umsatz-Bußgeldrahmen ergibt sich aus Art. 13 der geänderten UGP-RL (Mindestrahmen bei grenzüberschreitenden Verstößen).
UWG (§ 5, § 5a)
Deutsches Recht
Das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb deckt irreführende Werbung ab. Mitbewerber können eigenständig abmahnen und klagen.
GWB / Kartellrecht
Wettbewerbsrecht
Das Bundeskartellamt kann bei großen Unternehmen zusätzlich einschreiten, wenn Greenwashing wettbewerbsverzerrend wirkt.
Bußgeld-Skala nach Unternehmensgröße
| Größe | Umsatz | Min. | Max. | Beispielwert |
|---|---|---|---|---|
| Startup | < €1M Jahresumsatz | €5.000 | €40.000 | €10.000–€20.000 |
| Kleines Unternehmen | €1M–€5M | €15.000 | €200.000 | €30.000–€75.000 |
| Mittelstand | €5M–€20M | €75.000 | €800.000 | €100.000–€300.000 |
| Enterprise | > €20M | €300.000 | €800.000+ | > €400.000 |
* Illustrative Beispielwerte zur Orientierung – keine Prognose. Tatsächliche Sanktionen hängen von der nationalen Umsetzung und dem Einzelfall ab. Keine Rechtsberatung.
Was ist schlimmer als das Geld?
Reputationsschaden
Greenwashing-Verfahren werden öffentlich. Ein viraler NGO-Report oder ein Spiegel-Artikel kann mehr Umsatz kosten als das Bußgeld selbst.
Wettbewerbsklagen
Mitbewerber können nach UWG eigenständig abmahnen und Unterlassungsklagen einreichen — ohne auf Behörden zu warten.
Blacklisting
Große B2B-Kunden und Plattformen (Zalando, About You) haben eigene Nachhaltigkeitsanforderungen. Ein Verstoß kann zur Delistung führen.
Dauerschaden
Negative Presseberichterstattung bleibt in Suchergebnissen. Verbraucher erinnern sich an Greenwashing-Fälle noch Jahre später.
Was kostet Prävention?
| Maßnahme | Kosten (est.) | Schutzwirkung |
|---|---|---|
| TrueGoods Website-Scan | Kostenlos (Basisfunktion) | Alle Annex-I-Begriffe identifizieren |
| Compliance-Tool (Full) | €99–299/Monat | Fortlaufendes Monitoring + Reports |
| Anwaltliche Beratung | €3.000–€15.000 | Rechtssichere Bewertung einzelner Claims |
| LCA-Gutachten (extern) | €15.000–€50.000 | Nachweis für spezifische Umweltaussagen |
| Bußgeld (Mittelstand, 4%) | €80.000–€400.000 | — (kein Schutz, Kosten nach Verstoß) |
Häufige Fragen
Was sieht die ECGT-Richtlinie bei Verstößen vor?
Die Richtlinie 2024/825 verlangt von den Mitgliedstaaten »wirksame, verhältnismäßige und abschreckende« Sanktionen. Für bestimmte weitreichende Verstöße ist ein Höchstbußgeld von mindestens 4 % des Jahresumsatzes vorgesehen. Die konkrete Ausgestaltung – Höhe, Verfahren und Zuständigkeit – legt jedes Land bei der nationalen Umsetzung selbst fest.
Ab wann gelten die neuen Regeln?
Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie bis zum 27. März 2026 in nationales Recht umsetzen und die Vorschriften ab dem 27. September 2026 anwenden. Ob und wie Deutschland fristgerecht umgesetzt hat, entnimmst du am besten offiziellen Quellen wie EUR-Lex und dem Bundesgesetzblatt.
Wer wird die Regeln durchsetzen?
Das hängt von der nationalen Umsetzung ab. Erwartet wird eine Zuständigkeit der Marktüberwachungs- bzw. Wettbewerbsbehörden. Unabhängig davon können Mitbewerber und Verbände bereits heute nach dem UWG gegen irreführende Werbung vorgehen.
Wie kann ich mein Greenwashing-Risiko senken?
Ein guter erster Schritt ist, die eigenen Umweltaussagen systematisch zu prüfen: Welche Begriffe werden verwendet, und sind sie belegbar? Der kostenlose Website-Scan von TrueGoods identifiziert Formulierungen, die nach Annex I der Richtlinie problematisch sein können – als Ausgangspunkt für eine fundierte Bewertung.
Sind die Angaben auf dieser Seite eine Rechtsberatung?
Nein. Diese Seite bietet eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine rechtliche Beratung. Genannte Beträge und Beispiele sind illustrativ. Für eine verbindliche Einschätzung deines Einzelfalls wende dich bitte an eine qualifizierte Rechtsberatung.
Weiterführende Seiten
Bußgeldern entgehen – so geht's
Buche eine Demo und sieh, wie TrueGoods riskante Claims auf deiner Website aufdeckt — bevor Behörden es tun.